Dez
2013
Jeder hat es in der Hand…
Ein Artikel von Seth Godin hat mir so aus dem Herzen gesprochen, dass ich ihn hier – frei übersetzt – zitieren muss:
Autorität als Ausrede für Gleichgültigkeit
“Ich dachte, Du weißt, was Du tust…”
Egal ob man im Bus sitzt, in der Klasse oder an seinem Arbeitsplatz, es gilt: Mitgehangen, mitgefangen. Der Lehrer/ Chef/ Fahrer weiß, was er tut, also halt die Klappe und sitz still.
Anscheinend haben wir das bereitwillig akzeptiert. Es ist sicherer – und einfacher. Mit dieser Weltsicht sind immer “die da oben” Schuld, und Machtlosigkeit wird zur verführerischen Gewohnheit.
Was für eine Schande.
Im industriellen Umfeld kann der Tausch der eigenen Unabhängigkeit gegen bereitwillige Folgsamkeit zu höherer Produktivität und damit mehr Erfolg führen. Mit dem Verschwinden dieses Zeitalters lohnt sich unser Verzicht vielleicht nicht mehr.
Das Internet ist ein Werkzeug zum Organisieren, eine Verbindung zu Millarden anderer Menschen. Wir haben eine Tastatur und ein Megaphon bekommen, eine Möglichkeit die Story zu ändern, die Wahl oder die Politik. Die Kompetenz, die aus Kapitalbesitz oder Erfahrung erwächst, ist weniger wert als jemals zuvor, aber wir sind nur zu bereit, uns auf sie zu berufen, selbst wenn wir wissen, dass die Autorität Unrecht hat.
Niemand kann Dich zwingen aufzustehen, Dich zu etwas zu äußern und etwas zu verändern. Aber wenn Du Dich zurückhältst und einfach mitspielst, dann musst Du Dir im Klaren sein, dass alles, was passiert zumindest zum Teil auch geschieht, weil Du es geschehen lässt.
Seth Godin: Authority as an excuse for complacency, 25.11.2013